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Thema: Frage(n) zur Schachgeschichte, von den Anfängen zur (Post-)Moderne< Älteres Thema | Neueres Thema >
Lansemann Offline





Gruppe: Turnierleiter
Beiträge: 569
Seit: 04 2010
Geschrieben: 03 06 2017,14:23 QUOTE

Hi Burkart,

der Kiebitz - nun, da Du es schriebst, erinnere ich mich wieder daran! Acht Jahre war ich bei Euch? Das war praktisch meine gesamte Zivildienst- und Studienzeit; bis ich als Doktorand dann doch zum USC Clausthal gewechselt bin.

Torstens Remisquote ist für fc-Verhältnisse heute noch hoch, spielt sich mittlerweile allerdingsauf höherem Niveau ab ...

Torsten und ich sind hier schon vor einiger Zeit Deiner gewahr geworden - aber es ergab sich bislang nicht die Gelegenheit zu einer Kontaktaufnahme (warum eigentlich nicht, frage ich mich im Nachhinein ...)

Danke für das Angebot - Göttingen ist mittlerweile zu meiner ersten Heimat geworden, und wird es wohl auch bleiben. Ich habe aber noch Kontakte nach Hamburg, u.a. meine Schwester.

Jetzt warte ich noch auf ein Stelldichein von Torsten in dieser Unterhaltung, aber der ist über Pfingsten, so glaube ich, auf Reisen ...

Den Spruch von Heidegger habe ich vor Jahrzehnten auf einem Kalenderblatt im Gästeklo meiner Eltern entdeckt. Der hatte es mir sofort angetan, obwohl ich ihn erst mit fortgeschrittenem Alter richtig verstanden habe. Ansonsten kenne ich Heidegger nur noch aus dem Philo-Leistungskurs in der Schule, wo er uns als einer der wenigen begegnet ist, die laut unserem Lehrer Nietzsches Zarathustra verstanden und richtig interpretiert haben (Habermas gehörte demnach *nicht* dazu, wenn ich mich recht erinnere). Wir Schüler haben Zarathustra letztlich auch nicht verstanden, wie uns der Lehrer nach zwei Halbjahren Beschäftigung mit dem Thema bescheinigte ... :smokin:

Schön, dass wir neben meiner schachhistorischen Anfrage auch gleich unser beider gemeinsame (Schach-)Geschichte aufarbeiten konnten!

Mach's gut und bis später!


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Grüße von Lutz


"...; denn nur die Wahrheit, die erbaut, ist Wahrheit für dich." [Kierkegaard: Entweder - Oder]
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Burkart2 Offline
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Gruppe: Turnierleiter
Beiträge: 8984
Seit: 05 2001
    Geschrieben: 28 05 2017,17:45 QUOTE

Hallo Lutz D., früher mal aus Clausthal-Zellerfeld (laut Kiebitz, du erinnerst ihn noch?) :)

Erstmal kurz: Schön, dass ich hier etwas helfen konnte.

Ja, ich erinnere mich an deinen Namen. Von 1984-1992 bist du bei uns im Adressverzeichnis im Kiebitz geführt. Das Foto hier bei freechess.de hat mir auch wieder ein optisches Bild von dir geliefert

Tja, da sind wir nun beide schon 11,5 Jahre (du) oder länger (ich) hier bei freechess.de und stellen es erst jetzt fest :;):

Ach ja, der Torsten - unser unvergessener Remis-Experte :) Er schien jede Partie mit Remis abschließen zu wollen.

Ja ja, die alten Zeiten, es ist natürlich einiges passiert seitdem. Nachdem ich hier vor rund 1,5 Jahrzehnten Turnierleiter wurde, bin ich es auch beim SK Norderstedt geworden und bin die Aufgabe (zusammen unserer Webpage) nicht mehr losgeworden.

Also wenn du mal wieder hochkommst, sei herzlich willkommen, u.a. die Landesliga steht dir sicherlich wieder offen bei uns.

Viele Grüße
Burkart

PS: Wir drei sind alle vom gleichen Jahrgang, wie ich eben noch nachgesehen habe.

PPS: Philosophie mag ich inzwischen auch z.T. (Anspielung auf deine Heidegger-Zeile)


Bearbeitet von Burkart2 an 28 05 2017,17:48

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Lansemann Offline





Gruppe: Turnierleiter
Beiträge: 569
Seit: 04 2010
Geschrieben: 28 05 2017,13:52 QUOTE

Bingo! - Der Hinweis scheint schon ein Volltreffer zu sein, Burkart:

Ein Blick in die Datenbank zeigt, dass die letzte Partie Winawers mit dieser Variante gleichzeitig die erste überhaupt war, in der Weiß 4.e5 zog (und verlor). Das allein genügte wohl, diese Hauptvariante mit seinem Namen zu schmücken.

Jetzt würde mich nur noch interessieren, wann die Theorie auf diese Bezeichnung umgeschwenkt ist. Vielleicht hat irgendjemand im Forum ein Buch zur FzV aus dem frühen letzten Viertel des 20. Jahrhundert, in dem sich der besagte Variantenname findet?

Danke, Burkart! - nebenbei: wir kennen uns doch noch aus gemeinsamen Zeiten beim SK Norderstedt? Ich habe in der zweiten Hälfte der Achtziger Jahre bei Euch in der ersten Mannschaft gespielt (abgeworben vom HSK im HSV von Torsten Meyer, der sich mitterweile auch hier bei freechess tummelt); allerdings spielte die da noch in der Landesliga o.ä. ...


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Grüße von Lutz


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Burkart2 Offline
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Seit: 05 2001
    Geschrieben: 28 05 2017,13:19 QUOTE

Bei wikipedia steht zu der Variante u.a. (Hervorhebungen von mir):

"Oft wird die Variante auch als Nimzowitsch-Variante bezeichnet, nach dem bedeutenden Schachmeister Aaron Nimzowitsch (1886–1935), der den Grundstein zur revolutionären hypermodernen Schachschule legte. Nimzowitsch war zwar nicht der erste, der den Zug 3. ... Lb4 anwandte, er verlieh aber der Französischen Verteidigung viele neue Impulse und relativierte die Stärke der bis dahin vorherrschenden Spielweise des Weißen, 3. exd5 exd5, der Abtauschvariante. Auch trugen seine zahlreichen strategischen Ideen zur Bauernkette und zur Doppelbauer-Theorie beträchtlich zum Verständnis des gesamten Abspiels bei. In der Erforschung der Zugfolge 1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Lb4 4. e5, die heute die mit Abstand wichtigste und am meisten gespielte Fortsetzung der Winawer-Variante ist, tat er sich jedoch wenig hervor. Nimzowitschs Ideen zur Französischen Verteidigung beziehen sich nämlich nicht direkt auf dieses Abspiel. Deshalb scheint auch der Name Nimzowitsch bei der Benennung dieses Abspiels als wenig angebracht."

Ich habe keine Ahnung, wie berechtigt das ist; in meinen alten Euwe-Eröffnungsbüchern kenne ich alles nur als Nimzowitsch-Variante.


Bearbeitet von Burkart2 an 28 05 2017,13:22

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Lansemann Offline





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Beiträge: 569
Seit: 04 2010
Geschrieben: 28 05 2017,11:08 QUOTE

Hallo Leute,

da gerade im Forum nicht so viel los ist (Wo bleibt die nächste Regeldiskussion  :devil: ), findet meine folgende Frage zur Schachgeschichte vielleicht mehr Resonanz als die letzte zur Kasparow'schen sprachlichen Entgleisung:

Seit wann und warum wird die Eröffnung 1.e4 e6, 2.d4 d5, 3.Sc3 Lb4 als Winawer-Variante bezeichnet?

Hintergrund:
In der mir vorliegenden älteren (deutschsprachigen) Literatur zur Französischen Verteidigung (FzV) wird das System mit -Lb4 ausnahmslos als Nimzowitsch-Variante bezeichnet (Euwe: Theorie der Schacheröffnungen, Suetin: Moderne Eröffnungstheorie 8, Slotnik: FzV, Taulbut: Wie spielt man Französisch). Das macht auch Sinn, da Nimzowitsch abgesehen von 29 bekannten Partien (CB-Mega Database 2017) auch viel Theorie zu dieser Variante beigesteuert hat.
Die neuere Literatur und das Internet 'sprechen' aber nur von der Winawer-Variante (z.B. Watson, der ECO-Code und die Datenbanken), obwohl er weder der erste war, der sie gespielt hat, noch viel zu ihrer Entwicklung beigetragen hat (nur vier Partien, Theoriebeiträge sind mir nicht bekann); Blackbourne z.B. hat sie vor ihm und viel häufiger gespielt. Auch Wikipedia schreibt zur 'Winawer-Variante', dass die Namensgebung unerklärt ist.

Kennt oder hat jemand im Forum Literatur zur FzV aus den siebziger/achtziger Jahren, in der die Bezeichnung 'Winawer-Variante' verwendet und auf ihren Ursprung hingewiesen wird?


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Lansemann Offline





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Beiträge: 569
Seit: 04 2010
Geschrieben: 21 03 2017,13:53 QUOTE

Mittlerweile konnte ich mir meine untenstehende Frage mittels internet-Recherchen selbst beantworten:

Kasparow bezeichnete 12.-Lxd4 in der Partie Shirow vs. Salow, Wijk aan Zee 1998, als "homosexual move". Das erwähnt u.a. Timman in seinem Buch "Power Chess with Pieces" auf Seite 179: 'homosexual move'


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Lansemann Offline





Gruppe: Turnierleiter
Beiträge: 569
Seit: 04 2010
Geschrieben: 19 03 2017,18:51 QUOTE

Der Titel des neuen Forum-Themas kommt jetzt zwar ein bisschen großspurig daher, aber vielleicht finden sich ja ein paar Interessierte, um über dieses und jenes in der Historie 'unseres' Spiels zu fabulieren.

Konkreter Anlass ist, dass mir i. Zshg. mit einer eigenen fc-Partie ein Zitat von Kasparow eingefallen ist, von dem ich nicht weiß, ob es irgendwo quellenmäßig belegt ist - vielleicht weiß irgendjemand von Euch etwas darüber?

Kasparow hat etwa in der 90er-Jahren zur Charakterierung zweier optionaler Züge in einer GM-Partie, von der ich nicht weiß, ob er selber an ihr beteiligt war, die für eine solche (wertende!) Unterscheidung unerträglichen Prädikate "homosexuell" und "männlich" (oder "heterosexuell") verwendet. Ich bilde mir ein, dies sogar in einer Schachzeitschrift gelesen zu haben, und meine mich dunkel zu entsinnen, dass das eine Stellung im offenen Sizilianer war.

Meinen Worten könnt Ihr entnehmen, dass ich kein 'Fan' von Kasparow bin, wenngleich er natürlich 'geiles' Schach gespielt hat, um mal bei seinem Jargon zu bleiben ...

Kennt jemand dieses Zitat und bestenfalls eine Quelle dazu?

(Und wer besonders neugierig ist, kann sich ja meine laufenden Partien anschauen und mutmaßen, ob da jetzt irgendwo ein Zug ansteht, der die Kasparowschen Prädikate verdient ... :roflmao: )

Allen einen schönen Restsonntag und ...


Bearbeitet von Lansemann an 19 03 2017,18:54

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6 Antworten seit 19 03 2017,18:51 < Älteres Thema | Neueres Thema >

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