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Thema: Zeitnot im Nahschach, Wie ist es richtig ?< Älteres Thema | Neueres Thema >
JakobB Offline





Gruppe: Members
Beiträge: 355
Seit: 09 2005
    Geschrieben: 24 11 2011,15:42 QUOTE

Matthias hat die Zeitnot-Probleme ganz gut erklärt.

Vielleicht noch kurz die größten Fehler:
"Schreib du für mich mit!" - Nur der Schiedsrichter oder ein Beauftragter des Schiedsrichters darf NEUTRAL (auf extra Formular) mitschreiben.

"Wie viele Züge haben wir schon?" - Der Mitschreiber darf als neutrale Stelle keinerlei Auskünfte geben, aber er MUSS darauf hinweisen, wenn eine Klappe gefallen ist. Erst dann darf er sich vom Brett entfernen. Zeitnot endet mit dem Fallen einer Klappe, nicht mit dem 40. Zug.


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Jakob Baumgartner
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Katzenbaby Offline





Gruppe: Mannschaftsspieler
Beiträge: 594
Seit: 07 2004
    Geschrieben: 23 11 2011,21:31 QUOTE

Hallo Howall,

also bei Zeitnot (unter 5 Minuten Restbedenkzeit) ist man von der Schreibpflicht befreit, man muss dann auch keine Striche machen.
Die Drohung des Partieverlusts ist falsch, daran erkennt man aber die fachliche Kompetenz.

Auch ist es nicht zulässig, dass bei Uhren ein Zugzähler mitläuft, da dass ja ein Hilfsmittel wäre.
Wenn beide Spieler in Zeitnot sind dann muss der Schiedsrichter oder der/die Mannschaftsführer die Notationen mitschreiben.
Er darf aber erst nach einem Klappenfall den Spielern mitteilen wie viele Züge gemacht wurden.
Sollte jedoch eine Klappe vor dem 40 Zug fallen hat er die Uhr anzuhalten und die Partie als Verloren zu bewerten.

Sollten aber bei einer Entscheidung Meinungsverschiedenheiten entstehen, so sind die Partien auf jeden Fall weiter zu spielen.
Natürlich sollte man dann ab dem Streitpunkt unter Protest weiterspielen.

Das ist alles nicht so einfach, aber ich habe in fast 20 Jahren als Schiedsrichter auch
einiges erlebt.

Beste Grüße
  Matthias
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Howall Offline





Gruppe: Members
Beiträge: 6798
Seit: 07 2002
    Geschrieben: 23 11 2011,21:18 QUOTE

Nun ja, die Hinweise waren schon recht hilfreich, speziell die von Matthias und Auwi ( wegen des Regeln - links ) .
Zu Matthias : Bei uns ist es so, dass beide Mannschaftsführer die Schiedsrichter sind, der von unserem Team bin ich - so ein Pech. Unser ausgebildeter Schiedsrichter hat an diesem Spieltag gefehlt.
Bei uns ist es so, dass der Käpitan weniger Chef ist - als der Kaffeekocher. Die Gäste tranken wie die Schlote, 4x musste ich nachkochen  und verlor dabei natürlich wertvolle Minuten- shit happens.
Danach hab ich nun rausgelesen : als Schiedsrichter war er berechtigt, nach dem 40. Zug die gefallene Uhr zu reklamieren. Seine Drohung, wegen nicht vorhandener Striche pro Zug die Partie als verloren zu werten, war nicht recht - ebenso die Formulare abzudecken war falsch. An sich steht die Zugzahl auf den Uhren, das kann also kein Geheimnis sein, aber er ist nicht verpflichtet, die Zahl zu benennen.  
Man lernt also nie aus. Übrigens ging der Mannschaftswettkampf 4 : 4 aus.
Noch eine  Frage: hätten wir einen anderen Schiedsrichter als Ersatz benennen können oder kann ich auch Schiedsrichter in eigener Sache sein. Ich selber hätte ja auch selber aktiv werden können, schon der Zeit wegen.


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" Aus  Freude am Schach.. "
Heinrich O. aus Wallhöfen  ( "Bears", einfach bärenstark )
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Louis Offline





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Beiträge: 524
Seit: 10 2010
    Geschrieben: 23 11 2011,21:05 QUOTE

Hallo Matthias,
ich habe jetzt mal im Ligaheft nachgesehen (ganz ehrlich ich habe da seitdem ich hier spiele noch nie einen Paragraphen nachgesehen, da das nicht mein Metier ist). Aber ich glaube die Lösung könnte in diesem §15 liegen. Ich kann Dir das auch mal zumailen.
Vinzenz

§ 15
(1) Es gelten die Regeln des Weltschachbundes (FIDE), soweit zulässige Abweichungen in den Regeln des DSB, BSB und dieser Turnierordnung nicht entgegenstehen.


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Vinzenz Petzold
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Louis Offline





Gruppe: Members
Beiträge: 524
Seit: 10 2010
    Geschrieben: 23 11 2011,20:38 QUOTE

Hallo Matthias,
da muß ich mal in unser Liga Heft reinschauen, das wurde hier in der Bezirksliga anders gehandhabt.

Vinzenz


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Vinzenz Petzold
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Katzenbaby Offline





Gruppe: Mannschaftsspieler
Beiträge: 594
Seit: 07 2004
Geschrieben: 23 11 2011,20:30 QUOTE

Liebe Schachfreunde,  

also einmal der Reihe nach.

Ist bei dem MK ein Schiedsrichter vor Ort oder stellt die Gastmannschaft den Wettkampfleiter. Auch ist es in verschiedenen Verbänden so, dass beide Mannschaftsführer den Wettkampf gemeinsam leiten.

Jeder Spieler ist verpflichtet seine Notation zu führen
FIDE Artikel 8.1

Auch muss das Notationsformular immer einsehbar sein.
FIDE Artikel 8.2

Ein Mitschreiben ist nur dann Notwendig wenn beide Spieler weniger als 5 Minuten Bedenkzeit haben, sollte nur einer unter 5. Minuten Bedenkzeit haben muss der andere Spieler seine Notation führen.
Nach erreichen der Zugzahl in der vorgeschriebenen Zeit ist der Spieler verpflichtet seine Notation zu vervollständigen.
Da ist der Gegner dann verpflichtet seine Notation als Hilfe der Vervollständigung der anderen Notation herzugeben.
Die Vervollständigung der Notation ist natürlich auf die Zeit des anderen Spielers zu machen.

Es ist auch nicht nötig, irgendwelche Striche auf der Notation zu machen, diese sind nur für den Spieler als Hilfsmittel zu sehen, ob er seine 40 Züge geschafft hat.
In der Zeitnotphase ist man von der Schreibpflicht befreit.

Ist das Fallblättchen der Uhr nach Ausführung des 40. Zuges gefallen ist die Partie als Verloren zu werten.

Auch ist ein Hereinreden in laufen den Partie verboten und kann zum Partieverlust führen.
FIDE Artikel 13.7. a.

Ich hoffe ich konnte Behilflich sein

Beste Grüße
Matthias
FIDE ARBITER
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Louis Offline





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Beiträge: 524
Seit: 10 2010
    Geschrieben: 23 11 2011,20:28 QUOTE

1. die Vorschrift sagt ganz eindeutig, dass der Mannschaftskollege mitschreiben darf, wenn sein Kollege max. noch 5 Minuten auf der Uhr hat. Es ist aber manchmal schwierig im größten Streß einen Mannschaftskollegen zu finden, da dann oft noch fast alle spielen. Das kann bei der 40 Züge Zeitkontrolle passieren und übrigens auch, wenn die zugegebene Zeit (Richtung Partieende) zu Ende geht. Dann hat man das Problem, dass man eine Zugwiederholung nicht nachweisen kann, wenn keiner mitschreibt (und es gibt die fairen oder nicht fairen Schlitzohren, die das erbarmungslos ausnutzen).
2. wenn z. B. ein Blättchen fällt und es ist beiden Spielern nicht klar, ob 40 Züge gemacht wurden, wird die Stellung zügemäßig an einem anderen Tisch nachrekonstruiert (hatte ich selbst schon 2 Mal). Da war gerade niemand da der helfen konnte und man konnte nicht sagen, ob nach Blättchenfall (auf einer Seite) schon 40 Züge gemacht wurden.

Das ist Spannung pur, wenn eine Seite blitzen muß und der andere hat noch genügend Zeit und blitzt so schlecht mit (dass er verliert)

Regelkunde ist auch nicht gerade mein Fachgebiet. Ich merke mir nur das, was ich selbst erlebt hatte (einmal früher in der  Landesliga in Bayern und einmal in der Bezirksliga I Mittelfranken bei mir passiert und die Regeln waren immer gleich).

Gruß Vinzenz


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Vinzenz Petzold
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Profile PM 
Auwi Offline





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Beiträge: 4924
Seit: 10 2006
    Geschrieben: 23 11 2011,20:16 QUOTE

http://www.schachbund.de/intern/ordnung/FIDE_Regeln09.pdf

Da steht alles drin !
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Profile PM WEB 
WiAnMaCh Offline





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Beiträge: 334
Seit: 12 2005
    Geschrieben: 23 11 2011,20:10 QUOTE

Also,

1.Glaube ich nicht das es notwendig ist, dass dein Mannschaftskollege mitschreibt solange bei deinem Gegner noch mehr als 5 Min auf der Uhr ist.

2. Ist es richtig dass dein Mannschaftskollege dir NICHT sagen darf wieviel Züge gespielt wurden ! Demnach musst du auch wenn du nicht mehr schreibst schauen dass du "mitstrichelts" oder im Kopf "mitzählst". Dein Mitschreiber sieht ja die Zügezahl die du aufgeschrieben hast, daher ist Partieformular des Gegenüber meiner Meinung nach EGAL, zudem ich auch schon erlebt habe, dass ein Gegenspieler "extra" einen Zug mehr aufschrieb um mich bzw meinen Mannschaftskollegen zu verwirren, aber JEDER ist SELBER für die Zugzahl verantwortlich, da darf auch kein Mitspieler sagen: "So du hast den 40.Zug geschafft!"

3.Als Schiri / MF darf man genauso das Fallen des Zeigers reklamieren wie als Spieler ! Also das war korrekt !


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NEU: IM !! beim Gocher-Open bewungen !!! :):)

NEU: Bezirkseinzelmeister 2010 !

Norddeutscher Meister 2005, 2006, 2007 und 2008 (Als Trainer)

Deutscher Vize-Meister 2006 (Als Trainer)

Deutscher Meister 2007 und 2008 !!!! (Als Trainer)

Annika, Wiebke, Christine, Marina und Katharina ihr seid die besten und werdet es immer sein !!!!

Steffi, Tib, Marry, Sarah und Lenn ihr seid genauso gut, ... Deutscher Meister 2008 !!

www.sknb-online.de
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Profile PM 
Bernoulli Offline





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Beiträge: 2096
Seit: 01 2011
    Geschrieben: 23 11 2011,19:49 QUOTE

Die Fragen können alle anhand des FIDE-Regelwerks bzw. der für den jeweiligen Verband gültigen Spielordnung beantwortet werden.

Abdecken der Notation ist verboten.

Es besteht Schreibpflicht, solange mehr als 5 Min. Bedenkzeit. Nach der nächsten Zeitkontrolle müssen die Züge dann auf eigene Bedenkzeit nachgetragen werden, bevor weitergespielt wird.
Jeder Spieler muss selbst wissen, wie viele Züge gemacht wurden - er darf niemanden fragen.

"Das Fallblättchen gilt als gefallen, wenn der Schiedsrichter dies beobachtet oder einer der Spieler zu Recht darauf hinweist." Wenn der Mannschaftsführer Schiedsrichter war, dann war alles in Ordnung.
Das Fallblättchen muss nach dem Ausführen des 40. Zugs und Drücken der Uhr noch oben sein.
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10 Antworten seit 23 11 2011,19:10 < Älteres Thema | Neueres Thema >

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